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Bericht von der Gemeindeversammlung vom 23. April 2023

Am Sonntag, den 23.April, tagte im Anschluss an den Sonntagsgottesdienst unsere Gemeindeversammlung. Zentrale Themen waren der Strategieprozess ›ekiba 2032‹ und seine Auswirkungen auf die Kirchengemeinde sowie die Finanzsituation der Gemeinde.

Im Anschluss an den Sonntagsgottesdienst blieben etwa 50 Besucherinnen und Besucher zur Gemeindeversammlung in der Kirche.

Martin Ehret, Vorsitzender der Gemeindeversammlung

Martin Ehret, Vorsitzender der Gemeindeversammlung, führte durch die Tagesordnung. Für den Kirchengemeinderat berichtete Pfarrer Keno Heyenga.

Keno Heyenga erläuterte zunächst den landeskirchlichen Strategieprozess ›ekiba 2032‹ und benannte die zentralen Gründe für die laufende Strukturreform. Kirchenaustritte, sinkende Kirchensteuereinnahmen und der demographische Wandel führen zu der Notwendigkeit, dass die Landeskirche 30 % ihrer Ressourcen einsparen müsse.
Im Kirchenbezirk Emmendingen laufen dazu bereits seit geraumer Zeit intensive Beratungen und Konsultationen mit den Kirchengemeinden.
Sodann erläuterte der 40-jährige Pfarrer, wie sich diese Einsparungen an Finanzmitteln, Gebäuden und Personal auf die Kirchengemeinde in Weisweil und Rheinhausen auswirken.

»Schon seit fast zwei Jahren intensivieren wir die Zusammenarbeit mit unseren Nachbargemeinden«, so Heyenga. »Zusammen mit den evangelischen Kirchengemeinden in Herbolzheim und im Bleichtal bilden wir fortan einen sogenannten Kooperationsraum, in dem wir das kirchliche Leben miteinander gestalten.«
Dazu gehöre auch die Änderung, dass die Hauptamtlichen dieser Gemeinden ab 2024 eine Dienstgruppe bilden, wodurch die strenge Zuordnung zu nur einer Gemeinde entfällt. Die Pfarrer*innen werden ab 2024 eine gemeinsame Aufgabenverteilung nach Notwendigkeit und Begabung finden müssen. Ab dem Jahr 2032 entfalle außerdem eine von drei Pfarrstellen im Kooperationsraum.

Keno Heyenga illustrierte an einigen Beispielen, was diese Veränderungen für das Gemeindeleben vor Ort bedeuten können: Es könne perspektivisch einen gemeinsamen Konfirmandenunterricht geben, kirchenmusikalische Projekte wie etwa die Chorarbeit könnten gemeindeübergreifend organisiert werden und Sonntagsgottesdienste werden mittelfristig nicht an jedem Sonntag und in jeder Gemeinde angeboten. Die Kirchengemeinderäte der Gemeinden im Kooperationsraum seien schon seit geraumer Zeit dabei, gemeinsame Projekte und Initiativen zu konzipieren.

»Wir werden in den kommenden Jahren sicherlich viel ausprobieren müssen«, so Heyenga.  In diesen Veränderungen liege aber auch eine Chance.
»Wir können und wollen die Menschen in unserer Gemeinde und im gesamten Kooperationsraum zielgenauer in den Blick nehmen. Denn es gibt nicht das eine Angebot, das alle Menschen gleichermaßen anspricht. Und damit machen wir schon seit einigen Jahren gute Erfahrungen«, so Heyenga. Der Pfarrer erinnerte an neue und erfolgreiche Gottesdienstformate wie etwa den Weisweiler Männergottesdienste, Gottesdienste an anderen Orten wie am Rheinkiosk oder den ›Weisweiler Biergarten‹, der im Sommer 2022 viele hundert Menschen anzog.

Auch die Einsparungen, die am Gebäudebestand der Landeskirche vorgenommen werden müssen, erläuterte Heyenga im Blick auf die Kirchengemeinde in Weisweil und Rheinhausen.
Mit einer sogenannten Gebäudeampel seien die Kirchen und Gemeindehäuser vom Bezirkskirchenrat bewertet worden. Für Gebäude, die ›grün‹ eingestuft sind, gebe es auch künftig Baubeihilfen, bei Gebäuden der Stufe ›gelb‹ sei diese Frage noch offen. Bei ›rot‹ gebe es keine Sanierungszuschüsse mehr aus zentralen landeskirchlichen Mitteln.
Die Weisweiler Kirche sei ›hellgrün‹ bewertet worden, weil mehr als 70 % der Baulast beim Land liegen, so Heyenga. »Das ist eine sehr gute Nachricht für unsere Gemeinde.«
Das 2018 eingeweihte Gemeindehaus sei dagegen ›gelb‹ eingestuft worden. »Da wir bei diesem neuen Gebäude jedoch mittelfristig keine Sanierungsmaßnahmen erwarten müssen, hat der Kirchengemeinderat dieser Gebäudebewertung bereits zugestimmt.«

Die versammelten Gemeindeglieder stellten im Anschluss einige wenige Verständnisfragen. Kritik an den durchaus einschneidenden Veränderungen wurde nicht geäußert.

Schließlich erläuterte Keno Heyenga die Finanzsituation der Kirchengemeinde, indem er die jährlichen Einnahmen und Ausgaben der Kirchengemeinde mit einigen groben Kennzahlen gegenüberstellte. »Die große Spendenbereitschaft in unserer Gemeinde macht mich sehr dankbar«, so Keno Heyenga. »Wir nehmen durch freiwillige Spenden, durch sogenannte Opfer in Sonntagsgottesdiensten und über kirchengemeindliche Veranstaltungen und Aktionen jährlich etwa 20.000 Euro ein.« Dieses Geld sei ein wichtiger und unerlässlicher Beitrag, damit das kirchengemeindliche Leben aktiv gestaltet und Rücklagen gebildet werden können – etwa für unvorhergesehene Ausgaben und die schwer einzuschätzende weitere kirchliche Entwicklung.

»Ohne diese große Spendenbereitschaft müssten wir uns viele Sorgen um die finanzielle Situation der Kirchengemeinde machen«, so der Weisweiler Pfarrer. Der Kirchengemeinderat werde darum weiterhin Veranstaltungen wie den ›Weisweiler Biergarten‹ durchführen, um einerseits die Menschen zusammenzubringen und andererseits Spenden zu generieren.

Auf der Ausgabenseite könnte bald auch eine neue Kirchenheizung stehen. Keno Heyenga informierte die Gemeindeversammlung darüber, dass die 35 Jahre alte Heizung in der Kirche aktuell defekt und abgängig sei. Erste Gespräche mit dem Oberkirchenrat und dem ›Amt für Vermögen und Bau‹ seien bereits vereinbart.

Die Gemeindeversammlung endete mit dem Tagesordnungspunkt ›Fragen und Anliegen aus der Gemeinde‹. Dieser Tagesordnungspunkt wurde sowohl vom Gemeindeversammlungsvorsitzenden Martin Ehret als auch von mehreren Gemeindegliedern dazu genutzt, dem Kirchengemeinderat für seine Arbeit und sein Engagement zu danken.
»Es ist beachtlich und alles andere als selbstverständlich, wie viel Lebenszeit und Kraft die Kirchengemeinderätinnen und Kirchengemeinderäte investieren, um das kirchliche Leben in unserer Gemeinde zu gestalten und voranzubringen«, so Martin Ehret.

Die versammelten Gemeindeglieder dankten dem Kirchengemeinderat mit viel Applaus und Martin Ehret überreichte allen Kirchenältesten ein Geschenk.

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